Achtung Behördenabenteuer: Als alleinreisende Mutter mit minderjährigem Sohn in Chile

Wenn man als nur ein Elternteil mit Kind nach Chile reist beziehungsweise vor hat irgendwann wieder auszureisen, muß man sich – für den Fall, dass Santiago nicht auf der Reiseroute liegt und man nicht so genau weiß, auf welchem Weg man sonst die Unterschrift bekommen kann- auf einen Behördentelefonmarathon einstellen.
Kurz vor unserer Abreise habe ich mehr oder weniger zufällig erfahren, dass ich eine Autorisation vom Vater benötige, wenn ich alleine mit Levi aus Chile wieder ausreisen möchte – autorizacion para salir el pais. Meine Diskussionsansätze mit dem chilenischen Konsul in München, welchen Sinn diese Formalität denn für Touristen hätten, die auch alleine mit Kind einreisen fanden nicht weiter Gehör und so hielt ich nach 2 Stunden dieses Dokument in den Händen. Zum Abschied wies der nette Herr mich noch darauf hin, dass ich das Dokument in Chile nochmals autorisieren lassen müsste, da es sonst wertlos sei.
Aha.
Das einzige Amt, welches dazu in der Lage sei, befände sich in Santiago, was sich wiederrum nicht auf meiner Reiseroute befindet. Und so reiste ich etwas ratlos aber erwartungsgemäß ohne Fragen nach dem Vater nach Chile ein.
Nach ungefähr 385.418 Telefonaten mit diversen Ämtern in Chile, zu denen ich die netten Rezeptionisten des Hotel Higueras immer schwerlicher motivieren konnte, haben wir es heute theoretisch geschafft: tatsächlich kann nur das Amt in Santiago diesen Wisch beglaubigen. Nach 250 mal nachfragen kam raus, dass ich nicht – wie vorher 249 mal nachhaltig behauptet – persönlich dort erscheinen muss.
Zum Glück sitzen die Partner meines Reiseveranstalters mavia soul travel in Santiago – und die nette Patricia Perez erklärte sich bereit, mir einen Kurier zu schicken, der das Dokument aus Valparaiso abholt. Sie selbst ging dann zum Amt: Ministerio de affaires extranjeros – und hatte binnen Minuten den sagenumwobenen Stempel.
Also: eigentlich alles ganz einfach.
Man sollte nur vor der Abreise wissen, dass man diesen Zettel braucht. Und es hilft zu wissen, wie es dann vor Ort funktioniert – denn bis ich denjenigen ausfindig habe machen können waren einige Witze über meine Immigration nach Chile gerissen☺
Zum Trost sagten mir alle Behörden synchron: Ich sei der erste Fall.
Hoffentlich weiß der nette Grenzbeamte bei meiner Ausreise von dem Gesetzt und fragt bitte bitte bitte nach dem Zettel!