Ratgeber: Trekking im Himalaya

Seit über 60 Jahren begeben sich Bergsteiger aus aller Welt ins Zentrum Asiens um die atemberaubenden Gipfel im Himalaya zu stürmen. Zur Zeit der Erstbesteigung des Mount Everest 1953 und noch Jahrzehnte danach war die gesamt Region nur für erfahrene Extrembergsteiger erreichbar – doch das hat sich inzwischen geändert. Heutzutage kann fast jeder, der bei guter körperlichen Gesundheit und Fitness ist, zum Trekking in den Himalaya ziehen. Das reicht vielleicht nicht zur Besteigung eines Achttausenders, für ein besonderes Erlebnis in dieser einzigartigen Bergwelt jedoch allemal. Ich habe einen meiner schönsten Trekkingurlaube hier verbracht – und zwar als ich bereits mit Levi schwanger war.

Doch wo beginnt man mit der Planung einer solchen Reise? Mein Team bei Mavia Soul Travel ist darauf spezialisiert individuelle Trekkingreisen nach Indien, Nepal und Bhutan zu organisieren – ich gebe euch erst mal einen kleinen Überblick.

Auswahl der Reiseregion

Der Himalaya ist gigantisch – die größte und höchste Bergregion der Welt, 10 Mal so groß wie Frankreich und kulturell sowie landschaftlich unglaublich vielfältig. Hier treffen drei Weltreligionen aufeinander, jede prägt das Land und die Leute, und damit die Erfahrung von uns Reisenden. Es gibt endlose Täler mit bunten Blumenwiesen, weite Felswüsten mit darin mäandernden Flüssen, und Bergspitzen die tief unter Schnee und Eis verborgen liegen. Von Ost nach West bietet die Gesamtregion so viele unterschiedliche Eindrücke – ganz logisch dass die Auswahl des Reiseziels nicht so einfach fällt…

ratgeber trekking im himalaya 4Zu den beliebtesten Regionen zählt natürlich Nepal und die Berge Annapurna und Mount Everest. Ein wenig ruhiger geht es im Nordwesten zu – Ladakh in Indien und Nanga Parbat in Pakistan, oder in Bhutan, ein Land das sich zusehend dem Tourismus öffnet.

Wo es genau hingehen soll, hängt von deinen Vorstellungen ab. Muss es unbedingt das Basecamp des Mount Everest sein, oder darf es auch ein weniger bekannter Ort sein? Möchtest du nicht nur wandern, sondern auch die tibetische Kultur kennen lernen? Schläfst du lieber im Hotel oder im Zelt? Wann möchtest du überhaupt verreisen? Diese und mehr Fragen gilt es zu stellen, wenn es ans Eingemachte geht.

Eines ist jedoch sicher: keine der Regionen ist an sich empfehlenswerter als die anderen, denn wunderschön sind alle. Meine persönlichen Lieblinge sind Bhutan, Ladakh (Indien) und Mustang (Nepal).

  • Bhutan zu erleben ist ein Privileg – selbst für erfahrende Weltreisende. Hier habe ich meine bisher beeindruckendste Trekkingroute entdeckt – in zwei Wochen an den Fuß des heiligen Berg Chomolhari. Ich konnte zwar damals nur bis zum Jangothang Basecamp auf 4.115m mitlaufen, weil ich schwanger war und nicht weiter in die Höhe wollte, aber ich träume davon eines Tages den ganzen Weg zu gehen.
  • Ladakh ist Indien, wie es die Wenigsten erleben. Fernab von goldenen Tempeln, Bengaltigern und Taj Mahal bietet Ladakh in der autonomen Region Jammu und Kashmir abwechslungsreiche Trekkingrouten und buddhistische Kultur zum Anfassen. Beeindruckende Klöster, schwindelerregende Passstraßen und entlegene Bergwelten – es gibt viel zu entdecken.
  • Mustang, Nepal ist so, wie sich die meisten Menschen Tibet vorstellen – nur ohne die kulturelle Verwüstung durch die chinesische Besatzung. Hier gibt es keine Autos, sondern eine Karawanenstraße, die man mit den Bewohners Mustangs entlang trekkt. Sie laufen hier noch um Einzukaufen oder um ihre Kinder in die Klosterschulinternate zu bringen… ein Leben wie im Mittelalter.

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Reisezeit

Der wichtigste Faktor für eine gelungene Trekkingreise ist oft das Wetter. Wie immer in den Bergen, muss man mit plötzlichen Wetterumschwüngen rechnen, die eine Reise vorzeitig beenden, oder zumindest drastisch verändern könnten – dagegen kann man nichts tun. Verlässlicher ist der Monsunregen, der den indischen Subkontinent jährlich heimsucht, und den man unbedingt meiden sollte. Die Regenfälle beginnen im Süden und arbeiten sich dann nach Norden Richtung Himalaya vor. Dessen östliche Region ist zuerst betroffen, und vor allem im Sommer (leider unsere Hauptferienzeit) herrscht in Nepal, Bhutan und Ostindien dann Regenzeit. In den Sommermonaten empfehle ich deshalb besser nach Ladakh zu fahren.

Hier eine Übersicht der besten Reisezeiten nach Land:

  • Bhutan: September-November und März-Mai
  • Nepal: September-November und Februar-April
  • Ladakh: Juli-August
  • Tibet: April-Oktober

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Gesundheit

Wie bereits erwähnt, reicht für die meisten Trekkingrouten gute körperliche Fitness aus. Trotzdem sollte man vor der Reise unbedingt zum Hausarzt und einen Gesamtcheck durchführen lassen. Im Besonderen ein unregelmäßiger Blutdruck kann im Hochgebirge problematisch werden.

Das A und O beim Trekking in diesen Höhenlagen ist Geschwindigkeit – oder besser gesagt: Langsamkeit. Akute Höhenkrankheit tritt dann auf, wenn man große Höhenunterschiede zu schnell zurücklegt und sich der Körper nicht an die geringere Sauerstoffmengen in der Luft anpassen kann. Schon bei den leisesten Anzeichen soll man unbedingt absteigen – da im fortgeschrittenen Stadium schnell jede Hilfe zu spät kommt. Deswegen ist es wichtig langsam zu gehen und Pausen zur Akklimatisierung einzulegen. In allen Trekkingrouten von Mavia Soul Travel wird das natürlich berücksichtigt, damit jeder erfolgreich ans Ziel gelangt. Wichtig: sich nicht selbst überschätzen oder zu stolz sein, etwas zu sagen!

Zur Einreise in die Länder der Himalayaregion sind einige Impfungen empfohlen (so wie Tetanus und Hepatitis A), jedoch nicht vorgeschrieben. Auch hier kann der Haus- oder Reisearzt weiterhelfen.

Zur Sicherheit sollte man eine kleine Reiseapotheke mit sich führen, welche ein Kontingent an Basis-Mittelchen beinhaltet:

  • Pflaster und Blasenpflaster
  • Mittel gegen Durchfall sowie gegen Übelkeit/Erbrechen
  • Schmerzmittel und Kopfschmerztabletten
  • Desinfektionsmittel

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Ausrüstung

Die Zusammensetzung der Ausrüstung für eine Trekkingreise kann ganz schön überwältigend sein. Wie viel passt in den Rucksack? Wie viel kann man den Portern zutrauen? Hat man auch wirklich nichts vergessen?

Wir bei Mavia Soul Travel haben deswegen eine Beispiel-Packliste mit notwendigen und sinnvollen Dingen erstellt, die wir unseren Himalaya-Reisenden zur Vorbereitung mitgeben. Hier ein kleiner Einblick:

Notwendig: Rucksack (35-40L) + Trekkingtasche für Porter, Daunenschlafsack, Trekkingschuhe, Sonnenschutz (Haut & Lippen), Alu-Trinkflasche (min. 1l), Funktionsjacke und -hose (warm und wasserdicht), Trekkingkleidung, Wandersocken, Handschuhe/Mütze/Halstuch, lange Thermo-Unterwäsche für den Zwiegellook, Comfort Food (Traubenzucker, Müsliriegel), Taschenmesser, Handtuch, Toilettenpapier.

Sinnvoll: kleiner Tagesrucksack, Turnschuhe fürs Camp oder die Anreise, Insektenschutzmittel, Regenhülle für den Rucksack, zusätzliche Fleecelagen, leichte Daunenjacke, kleines Nähset, Teleskopstöcke.

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Und während ich das hier schreibe und in Erinnerungen schwelge, erwacht in mir eine glühende Sehnsucht nach den Bergen und Tälern des Himalaya.

Geht es dir auch so? Dann schau dich doch mal auf Mavia Soul Travel um – da gibt es die unterschiedlichsten Reiserouten durch die verschiedenen Himalaya-Regionen zum Träumen!

*Alle Fotos von Julia.