Gelesen bleiben bei der Kindererziehung

Der Tag, an dem ich aufhörte „Beeil dich” zu sagen – Rachel Macy Stafford

Wer an Kinderfeindlichkeit denkt, denkt dabei häufig in erster Linie an die anderen. An Menschen, die Kinder nicht leiden können, sie wegen Kleinigkeiten ausschimpfen oder per se schon einmal „auf dem Kieker haben“. Dabei verhalten wir uns selber manchmal kinderfeindlich. Obwohl wir selber Kinder haben, gestalten wir mitunter unsere Welt so, dass sie sich Kindern gegenüber feindlich verhält. Wir richten unser Leben an dem aus, was andere von uns erwarten, organisieren uns unserer Arbeit oder unseren Hobbies entsprechend, nicht aber so, dass wir wirklich Zeit für unsere Kinder haben. Von diesen erwarten wir dann, dass sie selbstverständlich „mitlaufen“, sich nach unseren Erwartungen und, was noch schlimmer ist, nach den Erwartungen anderer richten. Dabei tut das nicht einmal uns selbst gut!

Zeit für die Dinge, die wirklich wichtig sind

Zu dieser Erkenntnis kam auch Rachel Macy Stafford, die Autorin des Buches „Hands Hands Free Mama: A guide to putting down the phone, burning the to-do list, and letting go of perfection to grasp what really matters!“. Rachel Macy Stafford, Mutter von zwei Töchtern, beschreibt, wie sie als hektischer, total durchorganisierter und durch’s Leben hetzender Mensch mit einer kleinen Tochter gesegnet wurde, die das Leben langsam angeht, die Dinge bewundert, die Welt um sich herum in all ihren Facetten wahrnimmt. Anstatt sich die Zeit zu nehmen, die Welt mit ihrem Kind zusammen zu entdecken, fordert sie sie ständig auf, sich doch zu beeilen. Bis sie sich eines Tages in dem Verhalten ihrer Kinder wieder erkennt und erkennen muss, welchen Schaden ein stressiger Alltag anrichten kann. Seitdem lässt die Autorin das Leben langsamer angehen, versucht sich auf wirklich Wichtiges zu konzentrieren und hat gelernt, mit ihren Kindern zusammen die Kleinigkeiten zu genießen.

Wir können bei uns selber anfangen

Eine kinderfreundlichere Gesellschaft fängt sicher auch damit an, dass wir selber schauen, wie wir unser Leben und das unserer Kinder organisieren und wofür wir uns wirklich Zeit nehmen. Die Punkte auf dem Rücken kleiner Marienkäfer zu zählen, macht schließlich nicht nur Kindern mehr Spaß, als ständig lästige To-Do-Listen durchzugehen.

Macht mit bei meinem Aufruf gegen Kinderfeindlichkeit – lest was andere erlebt haben und erzählt eure Geschichte

 

2 Kommentare zu „Der Tag, an dem ich aufhörte „Beeil dich” zu sagen – Rachel Macy Stafford“

  1. Regina Padilla

    Gibt es das Buch “Hands free Mama” bereits in Deutscher Sprache ? Ich möchte es unbedingt lesen, habt ihr einen Tipp, wo oder wann ich es in deutsch bekommen kann.

    Lieben Gruß
    Regina

  2. Hallo Julia,
    du sprichst mir aus dem Herzen. Ich war und bin immer der Meinung: Kinder sind ein Teil unseres Lebens und nicht unser Leben. Nur Eltern die ihre Kinder in ihr eigenes Leben mitnehmen, geben ihnen wirklich etwas fürs Leben mit. Egoistisch? Ich denke – nein. Mein Jüngster 6 Monate ist jede Minute bei mir seit dem Tag seiner Geburt (Hausgeburt), er ist Teil meines Lebens und teilt es mit mir. Er schläft bei mir im Bett, duscht mit mir (Tragetuch sei dank), isst mit mir, geht mit uns in Restaurant essen, wandern usw. Oft werde ich von bekannten angesprochen, ob ich nicht mal wieder zeit für mich brauche. Nein, denn meine Kinder teilen mein Leben so wie ich ihres mit ihnen teilen darf.

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